connect circle 2026: Wenn ein Format einen Nerv trifft
Nach dem ersten connect circle im Herbst 2025 war eines klar: Das war kein einmaliges Experiment. Denn das Feedback war überwältigend und der Wunsch nach einer Fortsetzung eindeutig. Eine klare Botschaft aus der Community. Und genau deshalb ging der connect circle am 16. und 17. Juni 2026 in die zweite Runde.
dimedis
Der zweite connect circle. Jubiläumsedition. Denn 2026 feiert dimedis sein 30-jähriges Bestehen. Drei Jahrzehnte Retail, Messe und Event. Drei Jahrzehnte Software, die nah am Menschen gebaut wird. Ein besserer Rahmen für dieses Format ist kaum vorstellbar.
Rund 120 Expertinnen und Experten kamen nach Köln. Wieder zwei Branchen, wieder ein klarer Anspruch: Zukunft nicht nur zu diskutieren, sondern gemeinsam zu gestalten.
Abend am Rhein: 30 Jahre dimedis
Den Auftakt machte kein klassischer Konferenzempfang, sondern unsere Jubiläumsfeier. Am 16. Juni im Pe303 am Zollhafen feierten wir 30 Jahre dimedis. Mit Apéritif, BBQ, Musik und Gesprächen, die weit nach Mitternacht gingen. Kunden, Partner, Weggefährten und neue Gesichter, alle unter einem Dach. 30 Jahre dimedis stehen nicht nur für Erfahrung, sondern auch für den Blick nach vorn. Besser hätte der Start in den folgenden Programmtag kaum sein können.
Retail Media und Commerce Media: Mehr Druck, mehr Chancen
Der Programmtag im Clouth Quartier startete mit einer Frage, die beide Branchen gleichzeitig trifft: Wie prägen Retail und Commerce Media die Zukunft von Handel und Messe? Und wie unterschiedlich weit sind beide dabei?
Die Antwort war ernüchternd und motivierend zugleich. Im Retail ist datengetriebene Instore-Werbung längst kein Zukunftsthema mehr, sondern ein Umsatzhebel. Wer Screens sinnvoll in ein Gesamtkonzept einbettet, zentralisiert steuert und standortübergreifend bespielt, erzielt nachweislich bessere Ergebnisse. Die Messebranche hingegen hat das Potenzial der eigenen Fläche und der Besucherdaten noch nicht vollständig erschlossen. Touchpoints entlang der Besucher-Journey, die in einem physischen Handel schon selbstverständlich bespielt werden, existieren auf Messegeländen oft noch gar nicht. Commerce Media als Portfolio-Thema zu begreifen, nicht als Zusatzprodukt, war eine der zentralen Botschaften des Panels.
Was beide Branchen verbindet: Wer bis 2030 nicht versteht, wie die Generation Z konsumiert, Messen besucht und Kaufentscheidungen trifft, wird auf die falsche Strategie gesetzt haben. Boris Hedde vom IFH Köln machte deutlich, dass diese Generation in weniger als vier Jahren 16 Prozent der Konsumgesellschaft ausmachen wird. Die Zeit, sich darauf einzustellen, ist jetzt.
AI: Nicht abwarten, aber auch nicht übertreiben
Robin Heintze von morefire lieferte einen der direktesten Vorträge des Tages. Keine beruhigenden Botschaften, aber auch keine Panikmache. Seine These: Der Umgang mit AI entscheidet sich nicht daran, ob man Tools nutzt, sondern wie.
Wer Inhalte produziert, die nach Maschine klingen, hat die Aufgabe verfehlt. Wer hingegen AI-gestützte Workflows aufbaut und dabei die Qualität hochhält, gewinnt Zeit für das, was zählt: echte Aufmerksamkeit. Diese Entwicklung macht sich auch bei der Suche bemerkbar. GEO, also die Optimierung für generative Suchsysteme, werde SEO in seiner bisherigen Form ablösen. Marken, die sich jetzt nicht für Sprachmodelle relevant machen, werden schlicht nicht gefunden werden.
Maren Seufert und Prof. Dr. Alexander Lutz gingen das Thema von der Entwicklungsseite an. Ihre Slot beschäftigte sich mit der Frage, was passiert, wenn AI zunehmend selbst Software schreibt. Maren Seufert, Product Owner bei dimedis, beschrieb einen Wandel, der über Werkzeuge hinausgeht. Das klassische Schreiben von Code tritt zunehmend in den Hintergrund. Was in den Vordergrund rückt, sind Systemdesign, Architekturentscheidungen und das tiefe Verständnis von Kundenanforderungen. Softwareentwicklerinnen und ‑entwickler werden zu Dirigenten, die AI orchestrieren, statt selbst jeden Takt zu spielen. Prof. Lutz ergänzte: Wer sich in dieser Phase nicht traut, Fehler zu machen, lernt nichts. Eine Haltung, die in vielen Organisationen noch ankommen muss.
Female Leadership: Eine Zahl, die keine Ausrede mehr zulässt
Im Panel zu Female Leadership fiel ein Impuls, der nachhallte: Die McKinsey-Studie „Diversity Matters Even More“ belegt, dass Unternehmen mit einem hohen Frauenanteil im Top-Management haben eine um 39 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, finanziell überdurchschnittlich erfolgreich zu sein als Unternehmen mit dem geringsten Frauenanteil.
Die Diskussion machte schnell deutlich, warum das so ist. Das Thomas-Prinzip war ein zentrales Stichwort: Menschen stellen unbewusst Menschen ein, die ihnen ähneln. Thomas holt Thomas. Kein böser Wille, aber ein strukturelles Problem mit echten Konsequenzen. Christine Sommer von NOMOO, Juliane Jähnke von agendum und Konstanze Dallmeyer von dimedis sprachen aus ihrer eigenen Erfahrung. Jens von der Heydt von Hypercode brachte die männliche Perspektive ein. Fazit: Wer Female Leadership als Frauenthema behandelt, hat die Frage falsch verstanden. Es ist eine Unternehmens- und Führungsfrage.
Sneak Peek: kompas horizon
Moritz Schneider gab einen ersten Einblick in kompas horizon, die nächste Generation des dimedis Digital-Signage-Systems. Die Entwicklungsrichtung macht deutlich, dass Digital Signage aufgehört hat, eine eigene Kategorie zu sein. Es wird zur Funktion. Eingebettet in größere Systemarchitekturen, kontextabhängig gesteuert, näher an den Kundenbedürfnissen. Marco Wassermann von invidis impact untermauerte das in seiner Masterclass: Wer Digital Signage noch als isolierte Disziplin betreibt, denkt eine Generation zu spät.
Masterclasses: Beide Branchen, konkrete Inhalte
Dieser connect circle war mehr als eine Fachveranstaltung. Er fiel in ein Jahr, das für dimedis eine eigene Bedeutung hat. Seit 30 Jahren entwickeln wir Software für Branchen, die sich ständig verändern. In all den Jahren ist jedoch eines gleich geblieben. Technologie schafft nur dann echten Wert, wenn sie nah am Menschen bleibt. Genau dafür steht der connect circle: Er spricht nicht über die Branche, sondern mit ihr.
Mit dem connect circle haben wir eine Plattform für gezielten Austausch innerhalb zweier Branchen geschaffen. Dass dieser connect circle im Jahr unseres 30-jährigen Bestehens stattfindet, macht es für uns bei dimedis besonders. Seit drei Jahrzehnten sind wir in Retail, Messe und Event aktiv und setzen Impulse für Innovation, Wissenstransfer und eine zukunftsorientierte Entwicklung.
Danke an alle Sprecherinnen und Speaker, Partner und Gäste. Ihr habt diesen zweiten connect circle zu dem gemacht, was er war: ein Austausch, der über den Tag hinaus wirkt.
Wir sehen uns beim nächsten connect circle.
Retail Media ist im Handel angekommen. Die Messewirtschaft muss Anschluss halten.
Im Handel ist Retail Media bereits ein etablierter Umsatztreiber. Die Messebranche verfügt über großes Potenzial, muss ihre Flächen und Besucherdaten aber noch deutlich konsequenter nutzen.
Commerce Media als Portfolio-Thema begreifen, nicht als Zusatzprodukt bauen.
Commerce Media entfaltet seinen Mehrwert nur, wenn es als fester Bestandteil des Geschäftsmodells gedacht wird, nicht als zusätzliches Produkt oder Einzelprojekt.
Gen Z wird bis 2030 zu einem der wichtigsten Konsumfaktoren.
Bis 2030 wird die Generation Z einen bedeutenden Teil der Konsumgesellschaft ausmachen. Unternehmen müssen ihre Erwartungen und ihr Nutzungsverhalten schon heute in ihre Strategien einbeziehen.
AI verändert nicht nur die Content-Produktion, sondern auch die Art, wie Software entwickelt wird.
Der Wandel betrifft nicht nur Marketing und Kommunikation, sondern auch die Softwareentwicklung. Gefragt sind künftig stärker Systemdenken, Architekturkompetenz und der sinnvolle Einsatz AI-gestützter Workflows.
Female Leadership stärkt die Unternehmensperformance.
Unternehmen mit einem hohen Frauenanteil im C‑Level haben laut McKinsey eine um 39 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, finanziell überdurchschnittlich erfolgreich zu sein. Vielfalt ist damit nicht nur eine Frage der Unternehmenskultur, sondern auch der Wettbewerbsfähigkeit.
Digital Signage wird zur Funktion, nicht zur Kategorie.
Digital Signage entwickelt sich von einer eigenständigen Lösung zu einer Funktion innerhalb größerer Systemarchitekturen. Entscheidend ist das Zusammenspiel mit Daten, Prozessen und Kundenerlebnissen.